Bildungsgang (G8) und Abschlüsse

Bildungsgang

Die Gymnasialzeit eines Schülers oder einer Schülerin gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils auch eine pädagogische Einheit bilden.

a) Erprobungsstufe

Das 5. und 6. Schuljahr gelten als Erprobungsstufe. Ihre Besonderheit gegenüber den folgenden Klassen besteht darin, dass die Arbeit unmittelbar an die Arbeitsergebnisse und Arbeitsweise der Grundschule anknüpft und die Kinder allmählich zu der Arbeitsweise des Gymnasiums hingeführt werden. Erst mit dem Ende des 6. Schuljahres ist diese Übergangsphase abgeschlossen.
Für diesen Prozess ist ein kontinuierlicher, möglichst störungsfreier Verlauf über einen längeren Zeitraum hinweg erforderlich. Darum fällt die endgültige Entscheidung über Gelingen oder Nichtgelingen des Übergangs in der Regel erst am Ende der Erprobungsstufe, und deshalb gibt es keine Versetzung oder Nichtversetzung nach dem 5. Schuljahr. Im Ausnahmefall kann aber eine Wiederholung des ersten Jahrgangs am Gymnasium oder der Wechsel zu einer anderen Schulform schon zu einem früheren Zeitpunkt sinnvoll sein. Am Ende der Erprobungsstufe entscheidet die Klassenkonferenz, ob ein Schüler oder eine Schülerin auf dem Gymnasium bleiben kann.
Die Oberhausener Gymnasien sind bemüht, während der Erprobungsstufe nicht für jedes Unterrichtsfach einen anderen Lehrer oder eine andere Lehrerin einzusetzen, so dass den Kindern das in der Grundschule noch sehr vorsichtig praktizierte Fachlehrerprinzip auf der neuen Schule nicht zu große Schwierigkeiten bereitet. Dennoch ist die Umstellung oft nicht leicht. Kontakte zwischen den Gymnasien und den Lehrerinnen und Lehrern der Grundschulen des Einzugsgebiets können da eine Hilfe sein. Gespräche zwischen den Eltern und Lehrern sollten an jeder Schule eine Selbstverständlichkeit sein, in der Erprobungsstufe finden sie aber besonders häufig statt.
Die Lehrerinnen und Lehrer möchten die Kinder ihrer Klasse möglichst genau kennen lernen; deshalb sollten auch die Eltern das Gespräch mit der Schule suchen und sich nicht scheuen, in den Mitwirkungsgremien mitzuarbeiten.
Die Gymnasien in Oberhausen beginnen in der 5. Klasse mit Englisch als Fremdsprache. Am Heinrich- Heine-Gymnasium gibt es daneben den bilingualen Unterricht (Englisch/Deutsch), am Elsa-Brändström- Gymnasium einen Montessori-Zweig. Genauere Informationen gibt es an den Schulen. Alle anderen Unterrichtsfächer kennen die Kinder bereits aus der Grundschule, wobei Themen des gesellschaftlichen und naturwissenschaftlichen Bereichs, die in der Grundschule im Fach „Sachkunde“ behandelt wurden, am Gymnasium als eigene Fächer Biologie, Physik, Erdkunde und Politik ihren fachspezifischen Stellenwert bekommen.
In der 6. Klasse des Gymnasiums sind die Schülerinnen und Schüler verpflichtet, eine zweite Fremdsprache zu wählen. Dies ist Latein oder Französisch. Möglichkeiten für weitere Fremdsprachen gibt es ab Klasse 8. Die Erprobungsstufe endet mit der Versetzung in die 7. Klasse.

b) Jahrgangsstufe 7-9

Vom 8. Jahrgang an können die Schülerinnen und Schüler teilweise Schwerpunkte bilden. Von ca. 32 Wochenstunden sind etwa 28 in einem einheitlichen Pflichtbereich und 3 - 6 Stunden in einem Differenzierungsbereich. Der Pflichtbereich hat sowohl die Aufgabe, für alle Schülerinnen und Schüler gleiche Voraussetzungen für den Sekundarabschluss I am Ende der 10. Klasse zu schaffen als auch für alle eine gleichmäßig breite Fächererfahrung für den Übergang in die Sekundarstufe II zu sichern. Der Differenzierungsbereich hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihre Interessenund Begabungsschwerpunkte zu erproben, um ihnen dadurch mehr Sicherheit zu geben für die Wahl einer individuellen Schullaufbahn in der Sekundarstufe II.

c) Gymnasiale Oberstufe

Im verkürzten Bildungsgang (G8) wird der mittlere Schulabschluss ebenfalls nach 10 Schuljahren vergeben, und zwar am Ende der „Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe“ (Eph). Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums müssen, um diesen Abschluss zu erreichen, zunächst in die Oberstufe des Gymnasiums eintreten und dieses 10. Schuljahr (Eph) erfolgreich abschließen. Mit der Versetzung in die zweijährige Qualifikationsphase (Q1 und Q2) erwerben sie ebenfalls den mittleren Schulabschluss (alte Terminologie: FORQ).

Oberstufe - Quelle: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Auch die anderen genannten Abschlüsse können erst am Ende der Einführungsphase erworben werden. Verbindliche Bestimmungen zu deren Voraussetzungen liegen noch nicht vor.
Die landeseinheitlichen zentralen Abschlussprüfungen, die in G9 in der Jgst. 10, und zwar in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, stattfinden, entfallen in G8. Zur Orientierung über erreichte Standards wird am Ende der Einführungsphase je eine Klausur in Mathematik und Deutsch zentral gestellt. Sie geht ohne besondere Gewichtung in die Abschlussnote ein. Mit Eintritt in die Gymnasiale Oberstufe gestaltet jede Schülerin und jeder Schüler im Rahmen bestimmter Vorgaben die eigene Schullaufbahn selbst. Eine individuelle Schwerpunktsetzung ist dabei sowohl im Bereich von Grundkursen mit je drei Wochenstunden als auch im Bereich von Leistungskursen (ab Jgst. 11) mit je fünf Wochenstunden möglich. Um vielen Schülerinnen und Schülern die Realisierung ihrer Wahlen zu ermöglichen, arbeiten die Oberhausener Gymnasien in diesem Bereich seit Jahren eng zusammen. Dies ermöglicht optimale Schullaufbahnen und gute Abiturergebnisse.
In den Jahrgangsstufen 10 – 12 haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eine weitere Fremdsprache (ab Jgst. 10) zu erlernen. Hier bieten die Oberhausener Gymnasien Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Latein an. Zusätzlich kann Japanisch in einer Arbeitsgemeinschaft gelernt werden.
Die Gymnasiale Oberstufe schließt am Ende der Jgst. 12 mit der allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur, ab. Beginnend mit dem Jahr 2007 werden die Abiturprüfungen in den schriftlichen Fächern als zentrale Prüfung durchgeführt. Das Abitur ermöglicht die Aufnahme eines Studiums oder einer Berufsausbildung. Unter bestimmten Bedingungen kann auch bereits am Ende der Jahrgangsstufe 11 die Fachhochschulreife erworben werden.

Abschlüsse

Allgemeine Hochschulreife

Mit Bestehen der Abiturprüfung wird die allgemeine Hochschulreife erworben. Sie befähigt zum Studium an einer Hochschule und öffnet zugleich den Weg in eine berufl iche Ausbildung außerhalb der Hochschule.

Schulischer Teil der Fachhochschulreife

Schülerinnen und Schüler, die die gymnasiale Oberstufe vor dem Abitur verlassen, können bei entsprechenden Leistungen am Ende des ersten Jahres der Qualifi kationsphase den schulischen Teil der Fachhochschulreife erwerben.
Die Fachhochschulreife wird zuerkannt, wenn zusätzlich eine Berufsausbildung nach Bundes- oder Landesrecht oder ein einjähriges gelenktes Praktikum nachgewiesen wird.

Mittlerer Schulabschluss nach 10 Schuljahren

Der mittlere Schulabschluss (FOR) wird nach 10 Schuljahren vergeben, und zwar am Ende der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (Eph). Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums müssen, um diesen Abschluss zu erreichen, zunächst in die Oberstufe des Gymnasiums eintreten und dieses 10. Schuljahr (Eph) erfolgreich abschließen. Erst mit der Versetzung in die zweijährige Qualifikationsphase (Q1 und Q2) erwerben sie den mittlerer Schulabschluss (alte Terminologie: FORQ).
Die bisherigen landeseinheitlichen Zentralen Abschlussprüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik entfallen. Zur Orientierung über erreichte Standards wird am Ende der Einführungsphase je eine Klausur in Mathematik und Deutsch zentral gestellt. Sie geht in die Abschlussnote ein.

Berechtigungen am Ende der Klasse 9 am Gymnasium

Die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe wird mit der Versetzung am Ende der Klasse 9 erworben. Ebenfalls am Ende der Klasse 9 eröffnen sich Wege in die unterschiedlichen Bildungsgänge des Berufskollegs.

Weitere Abschlüsse in der Sekundarstufe 11

Die Schülerinnen und Schüler erhalten den schulischen Teil der Fachhochschulreife erst mit der Versetzung in die Qualifikationsphase.
Für den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) müssen zwei Fächer aus dem Fächerkanon Deutsch, Mathematik oder eine Fremdsprache gewählt werden.
Als Konsequenzen aus dieser Wahlverpflichtung ergibt sich, dass folgende Fächerkombinationen im Abitur nicht möglich sind: zwei Naturwissenschaften oder eine Naturwissenschaft mit Kunst oder Musik.
Die Wahlen von Kunst, Musik, zwei Fremdsprachen oder zwei Gesellschaften bedingen die Wahl von Mathematik als Abiturfach.

Latinum

Das Latinum wird am Ende der Eph ausgesprochen, wenn Latein als 2.Fremdsprache belegt wurde (L6); bei Beginn in Jgst. 8 ( Latein als 3. Fremdsprache) am Ende des ersten Jahres der Qualifikationsphase (Q 1), wenn in den vier Jahren insgesamt 14 Wochenstunden erteilt worden sind (4+4+3+3).

Beate Dzewas, Bernd Fricke, u.a.







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